Montag, 16. April 2012
Freitag, 6. April 2012
[Rezension] Christian Limmer - Unter aller Sau
Das kleine Örtchen
Niedernussdorf wird aus seiner beschaulichen Idylle gerissen, als die
beiden Polizisten Erwin und Richie eine tote Frau im Wald entdecken.
Der ewig bekiffte Richie will mit einem Mord nichts zu tun haben und
die Leiche in die Nachbargemeinde verfrachten. Sollen die sich doch
damit herumschlagen! Doch Erwin, ein geistiger Tiefflieger, meldet
die Tote, pflichtbewusst. Dienststellenleiterin Gisela Wegmeyer
benachrichtigt ihrerseits - wenn auch widerwillig - die
Mordkommission in Straubing. Und es kommt wie befürchtet:
Hauptkommissar Lederer ermittelt. Seine Markenzeichen: abgewetzter
Ledermantel, Cowboystiefel aus Straußenleder und Pornoschnauzer
– der schönste Polizist Niederbayerns, seiner Meinung nach.
Mit seinen unnachahmlichen Ermittlungsmethoden verbreitet er Angst
und Schrecken in der Bevölkerung. Jeder potenzielle Mörder
soll wissen, dass mit ihm nicht zu spaßen ist! Soll die Tote
doch im »Paradies« gearbeitet haben, einem als
Kosmetiksalon getarnten Bordell voller rumänischer Edelnutten.
Doch auch Gisela greift schließlich zusammen mit den Frauen
Niedernussdorfs zu Methoden, die an Bauernschläue und
Hinterfotzigkeit nicht zu überbieten sind...
Als die beiden Jungs beim
Spielen in einem Bach eine Tüte mit einer hohen Summe Geld
finden, scheint die Welt noch in Ordnung. Die beiden geben den Fund
mit Hoffnung auf eine Belohnung auf der Polizeiwache ab. Die
pflichtbewusste Leiterin Gisela schickt zur Erkundung der Fundstelle
die beiden Polizisten Erwin und Richie auf den Weg. Die beiden finden
auch prompt bachaufwärts eine Frauenleiche. Wenig begeistert von
der Arbeit, die dieser Fund mit sich bringt, überlegen die
beiden, ob man die Leiche nicht in das Revier der Nachbargemeinde
umbetten sollte. Letztendlich siegt jedoch die Vernunft und man
informiert die Dienststelle. Dies ruft Kommissar Lederer, den nach
eigener Ansicht schönsten Kommissar Niederbayerns, aus
Straubing, auf den Plan. Lederer übernimmt sofort das Kommando
bei den Ermittlungen. Doch hat er die Rechnung ohne Gisela, die
Dienststellenleiterin, gemacht. Unbeirrt bringt sie sich und ihre
Mitarbeiter in die Ermittlungen ein. Diese führen schnell zum
Kosmetiksalon „Paradies“, wo es mehr für das Wohlbefinden
gibt als der erste Anschein vermuten läßt.
Das Erstlingswerk von
Christian Limmer hat mich durchgehend gut unterhalten. Sicherlich ist
es keine neue Erfindung, dass die etwas rustikalen Dorfpolizisten bei
der Lösung des Falls etwas naiver zur Sache gehen. Aber ich
finde die Mischung der Figuren - von der pflichtbewussten
Dienststellenleiterin Gisela, die sich liebevoll um ihren an Demenz
erkrankten Vater kümmert, über Erwin und Richie, die sich
ständig kappeln, aber wenn es hart auf hart kommt, füreinander
einstehen, bis hin zu Lederer, der trotz harter Schale, doch einen
weichen Kern hat – einfach gut. Ich habe jedenfalls immer wieder
herzhaft gelacht, sei es nun über die Ermittlungsmethoden, die
Eigenarten der Polizisten oder gar die selbst ernannte Bürgerwehr.
Der Höhepunkt für mich war auf alle Fälle der
filmreife Showdown. Verdiente 4 Daumen von mir für „Unter aller Sau“.
Lust auf mehr? Eine Leseprobe findet Ihr hier.
Ich
bedanke mich ganz herzlich für die Bereitstellung des
Rezensionsexemplars
beim Droemer Knaur Verlag.
Labels:
4Daumen,
Buch,
Bücher,
Buecher,
Droemer Knaur,
Krimi,
lesen,
Limmer,
Regio,
Regio-Krimi,
Regionalkrimi,
Review,
Rezension,
Tod
Abonnieren
Posts (Atom)